Case Modding
Unter dem Begriff Case Modding (“case” = Gehäuse, “modding” vom englischen “modify” = verändern) versteht man die individuelle Veränderung eines Computers, insbesondere was das äußere Erscheinungsbild angeht. Die Entstehung des Case Modding begann zu der Zeit, als fast alle Computer noch in langweiligen Kisten in standard-grau zu Hause waren. Mittlerweile bietet zwar auch der Handel zahlreiche Gehäuse oder auch Komplettcomputer in abwechslungsreicherer Optik an, diese können aber nicht wirklich als Case Modding angesehen werden, da es sich nicht um individuelle und selbst gestaltete Gehäuse, sondern um Massenprodukte handelt.
Verbreitete Case Modding-Elemente
Grundlage der meisten Case Mods ist das Einsetzen einer Plexiglas-Scheibe in das Computergehäuse, meist in das linke Seitenteil, seltener auf der Oberseite. Dies ermöglicht den Blick auf das modifizierte Innenleben des Computers. Die beliebteste Veränderung im Innenraum des Computers ist die Beleuchtung. Diese wird meist durch Kaltlichtkathoden und LED – beleuchtete Lüfter verwirklicht. Auch die Verkabelung im Inneren des Gehäuses kann durch Airflow – Kabel oder Rundkabel ersetzt werden, die zum einen für eine bessere Luftzirkulation sorgen sollen und zum anderen in verschiedenen Farben (auch UV-aktiv) erhältlich sind. Die Kühlung des Computers wird ebenfalls oft verändert. Dies beginnt beim Einbau zusätzlicher Lüfter oder dem Austausch von Lüftergittern und reicht bis zum Einbau einer Wasserkühlung, die zur Aufwertung des äußeren Erscheinungsbildes mit farbiger Flüssigkeit betrieben wird. Zu den Veränderungen im Innenraum kommt noch die Aufwertung des Gehäuses selbst durch Lackierungen oder Airbrush hinzu.
Arten des Case Moddings
Neben der Aufbereitung von Standard – Gehäusen ist es auch möglich, ein Gehäuse komplett selbst zu bauen. Dies wird im deutschen Sprachraum als CaseCon (= case construction) bezeichnet, englischsprachige Modder benutzen die Begriffe “case building” oder “scratch build”. Hierbei kann man unterscheiden zwischen dem kompletten Neubau eines Gehäuses, das vom Modder selbst komplett neu entworfen wird und jegliche Form annehmen kann, und der Nutzung eines vorhandenen Gegenstandes als Gehäuse. Dies kann zum einen ein Gebrauchsgegenstand sein, der sein Computer – Innenleben von außen nicht unbedingt sofort erkennen lässt (z.B. Mikrowelle, Munitionskiste, Bierkasten) oder auch ein so genanntes Retro – Gehäuse wie das Gehäuse einer alten Spielkonsole.
Weitere Anwendungsgebiete des Case Moddings
Dem Gehäuse und Innenleben des Computers werden durch passende Lackierung oder Auswechseln der LEDs häufig auch Peripherie – Geräte wie Tastatur, Maus und Lautsprecher angepasst. Case Modding kann auch an Notebooks durchgeführt werden, konzentriert sich dann aber vor allem auf Lackierungen. Heute werden auch Spielkonsolen oft äußerlich verändert und individualisiert.
Vermarktung und Wettbewerbe
Auf Grund der inzwischen großen Zahl von Anhängern des Case Moddings hat sich eine völlig neue Industrie entwickelt, die zahlreiche Komponenten speziell zu diesem Zweck herstellt und vertreibt. Daneben werden auch für diejenigen, die sich nicht selbst ausführlich mit dem Case Modding befassen wollen, vorgefertigte Gehäuse angeboten. Außerdem gibt es inzwischen auch zahlreiche Wettbewerbe im Bereich des Case Moddings, die oft von Computerzeitschriften oder Hardwarehändlern gesponsert werden und neben Ruhm auch mit Preisen locken. Die jährliche stattfindende Deutsche CaseMod Meisterschaft (DCMM) gilt als Deutschlands größte Veranstaltung in diesem Bereich.
Weitere Informationen, Beispiele und Bauteile:
http://de.wikipedia.org/wiki/Case_Modding
http://www.dcmm.de
http://www.case-gallery.de
http://www.bit-tech.net/modding
http://www.caseking.de/shop/catalog
Foto: © Wolf-Hanno Löwenthal – Fotolia.com



















