Netzwerk
Jede Struktur, die sich mathematisch als Graph modellieren lässt und durch bestimmte Methoden organisierbar ist, bezeichnet man als Netzwerk. Dabei besteht der Graph aus einzelnen Elementen (Knoten), die über sogenannte Kanten miteinander verbunden sind. Der Netzwerkbegriff wird in ziemlich jeder Einzelwissenschaft zur Beschreibung dort vorkommender struktureller Eigenschaften verwendet. So existiert der Begriff des sozialen Netzwerkes sowohl in der Soziologie als auch im Bereich der Systemtheorie und in der Betriebswirtschaftslehre.
Auf technischem Gebiet spricht man immer dann von einem Netzwerk, wenn Systeme zum Zweck der Kommunikation miteinander verbunden sind. Dabei kann es sich beispielsweise um Computer, Handys oder elektronische Sensoren handeln. Werden mindestens zwei Computer miteinander verbunden, spricht man von einem Computernetzwerk oder Computernetz.
Arten von Computernetzwerken
Bei Computernetzwerken unterscheidet man lokale Netzwerke (LAN), nicht-lokale Netzwerke (WAN, Extranet), drahtgebundene Netzwerke und drahtlose Netzwerke (WLAN).
Drahtgebundene Netzwerke werden durch ihre Verkabelungsgeometrie (Topologie) charakterisiert. Typische Vertreter sind die Stern-, Bus- und Ring-Topologie. Darüber hinaus existieren zahlreiche Mischformen. Gerade sehr große Computernetzwerke setzen sich oft aus Teilnetzen unterschiedlicher Topologie zusammen. Ein typischer Vertreter ist das Internet, bei dem es sich um ein vermaschtes Netz handelt, dessen Teilnetze über Hauptleitungen mit Bus-Struktur – sogenannten Backbones – verbunden sind.
In zunehmendem Maße kommunizieren einzelne Computer, vor allem im privaten oder universitären Bereich, über WLANs miteinander. Es handelt sich dabei um drahtlose Netzwerke, die in einem bestimmten räumlichen Bereich – beispielsweise auf dem Campus einer Universität – über sogenannte Access Points den Zugriff auf lokale Netzwerkdienste oder über einen Router den Zugang zum Internet ermöglichen. Drahtlose Netzwerke werden auch oft in ländlichen Gebieten eingesetzt, in denen die örtliche Infrastruktur eine kabelgebundene multimediale Versorgung auf Grund einer zu geringen Übertragungsrate nicht gestattet.
Die Geschichte des Netzwerk-Prinzips
Im Jahre 1957 wurde in den USA die ARPA (Advanced Research Projects Agency) mit dem Auftrag gegründet, neuartige Technologien zu entwickeln. Dies geschah teilweise aus militärischen Überlegungen, ermöglichte es aber, an vier amerikanischen Universitäten computerwissenschaftliche Fakultäten zu gründen. Die Großrechner dieser vier Rechenzentren bildeten später die ersten vier Netzknoten des ersten Computernetzes der Welt – des ARPANET.
Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte J.C.R. Licklider, der das Time-Sharing-Konzept in die Computertechnologie einführte, das es erstmals mehreren Benutzern ermöglichte, an einem Computer gleichzeitig zu arbeiten.
Die erste Kommunikation im ARPANET, dem Vorläufer des heutigen Internet, fand am 29. Oktober 1969 zwischen einem UCLA-Rechner und einem Computer am Stanford Research Institute statt.



















