Nachdem ich mich in den letzten Tage schon des öfteren mit leistungsfähigen Computern für möglichst wenig Geld beschäftigt habe (tun wir Nerds eigentlich jemals was anderes?) wollen wir heute mal eine kleine Rechnung aufmachen, was es kostet einen Rechner komplett selbst zusammenzustellen. Vom Handwerklichen, sprich Mechanischen her, ist das ja keine all zu große Aufgabe. Die richtigen Komponenten zusammenzustellen ist dagegen manchmal ganz schön kniffelig. Wollen wir doch mal sehen ob wir das zusammen hinbekommen.
Der One-Stop-Shop
Der Übersichtlichkeit wegen (und der niedrigeren Versandkosten) habe ich mich mal nur eines Versenders bedient – in diesem Fall Conrad Elektronik. Was kostet nun ein solcher Rechner, wenn man ihn von A-Z selbst gestaltet? Dabei ist die Zahl der Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Folgende Anforderungen habe ich an meinen Do-It-Yourself-Computer gestellt:
- Er soll möglichst in allen Punkten mindest genauso gut sein, wie das aktuelle Gerät bei Aldi
- Die Komponenten müssen verfügbar sein
- Der Zusammenbau muss quasi für ‘jederman’ machbar sein (also z.B. keine Wasserkühlung)
CPU
Das wars auch schon. Legen wir los:
Die erste Entscheidung, die getroffen werden muss, ist welcher Prozessor im Gerät werken soll. Ich habe mich für den neuen AMD-Prozessor AM2+ entschieden. Die Gründe sind eher emotional: Dieser Prozessor ist seit langer Zeit der erste Prozessor der den Intel-CPU’s gewachsen ist. Und da Wettbewerb das Geschäft belebt, bin ich in meinen CPU-Entscheidungen sehr wechselhaft. Letztendlich ist es egal, welcher Aufkleber auf dem elektronischen Abakus prangt. Und der AM2+ ist wahrlich keine schlechte Wahl. Genau genommen wähle ich den AMD PHENOM X3 8650 (3X2,3) BOXED. Für knapp 100 € geht diese Triple CPU über den Ladentisch.
Mainboard
Als nächstes ist das passende Motherboard an der Reihe. Da ist die Auswahl inzwischen auch ziemlich groß, so das die Wahl inzwischen auch schon eine Qual ist. Ich habe mich hier für das ASUS M3N78-CM MAINBOARD SO.AM2+ entschieden. Der Grund für diese Wahl: ganz einfach, es ist das billigste Mainboard bei Conrad, das die Phenom-CPU (also die AM2+) unterstützt. Und trotz des kleinen Preises ist Gigabit, Onboardgrafik, 6x SATA II, 4x DDR2-RAM Steckplätze und 7.1 Sound mit dabei. Also, husch, husch ins Einkaufskörbchen (64,95 €).
RAM
Jetzt noch schnell die 4 GB RAM eingepackt – kost’ ja nix mehr . Da nehmen wir mal 2 Riegel à 2 GB von Samsung, macht zusammen 44 €. Was für ein Spottpreis. Wenn man vier Riegel mit je einem Gigabyte nimmt kommt man zwar noch 4 €billiger -aber dann sind alle Steckplätze voll. Und wer weiß schon Was Windows 7 noch alles an RAM haben möchte …
Grafikkarte
Jetzt zur Glaubensfrage: Die Grafikkarte. Um es kurz zu machen, ich habe mich für ein preisgünstige Karte aus der Mitte entschieden, nämlich die PNY 9600GT 512MB XLR8 OVERCLOCKED PCIE. Das ist ordentliches Arbeitstier, die auch anspruchsvollere Spiele in guter Qualität darstellen kann und dennoch unseren Geldbeutel nicht gleich leersaugt. Außerdem ist sie für 89,95 € grad im Angebot.
Festplatte
Festplatte ist dagegen sehr schnell ausgesucht: Hier orientieren wir uns nochmal an dem Aldi-Rechner, der mit einer 640 GB-Platte bestückt ist. Die SAMSUNG HDD 640GB SATA 3,5″ HD642JJ ist die einzige Platte die Conrad in der Größe hat, das erleichtert die Entscheidung nochmals beträchtlich. Preis: 74,95 €
Gehäuse
Auch wenn man daraus eine Philosophie machen kann – das Gehäuse muss sich ebenfalls dem Preis unterordnen. Daher greife ich zum billigsten was Conrad zu bieten hat und das ist das 3R SYSTEMS R430 PC-GEHÄUSE SCHWARZ. Und ganz ehrlich: Das sieht nun alles andere als billig aus oder? Niemand wird vermuten das das Gehäuse nur 29,95 € gekostet hat.
Netzteil
Der letzte Punkt auf der Liste: Das Netzteil. Die gleichen Bedingungen wir beim Gehäuse – und das Ergebnis ist das JOU JYE SILENT 300W PC-NETZTEIL mit dem gleichen Preis, nämlich 29,95 €
Ergebnis
Damit ist unser Rechner komplett. Das Ergebnis: 433,70 €
Ist das nicht verblüffend: Wir haben hier einen Rechner zusammengestellt, der den Aldi-Rechner in allen Punkten locker an die spielt und können sogar noch richtig Euros sparen. Da investiert man die halbe Stunde, die der Zusammenbau in Anspruch nehmen wird doch locker – oder?
Fairer Weise sei noch angemerkt das ich die Software natürlich nicht in die Rechnung mit aufgenommen habe. und ein Windows Vista kostet um die 100 €. Wenn man sich aber mit XP begnügen kann, dann bekommt man bei Ebay eine legale Version von XP Pro schon für unter 40 €. Das rechnet sich in meinen Augen immer noch …
Vorteile
- Der selbst gebaute Rechner ist in allen Kategorien schneller
- Die reine Hardware ist billiger als beim Discounter
- Der Computer ist flexibel einsetzbar und erweiterbar
Nachteile
- Betriebssystem muss erworben und installiert werden
- Garantiefälle können aufwändiger werden
- Man sollte keine zwei linken Hände haben
Alle verwendeten Komponenten:
AMD PHENOM X3 8650 (3X2,3) BOXED
ASUS M3N78-CM MAINBOARD SO.AM2+
PNY 9600GT 512MB XLR8 OVERCLOCKED PCIE
SAMSUNG HDD 640GB SATA 3,5″ HD642JJ
3R SYSTEMS R430 PC-GEHÄUSE SCHWARZ
JOU JYE SILENT 300W PC-NETZTEIL























[...] Computer im Eigenbau PC-Typ berichtete von einem Computer im Eigenbau, der letztendlich nur 433,70 Euro kostet, allerdings ohne [...]
Ein wirklich sehr gelungener und informativer Artikel. Mit dem Betriebssystem ist das ja immer so eine Sache. Wenn ich mir einen neuen Computer zulege, dann einen im Eigenbau und ohne Betriebssystem. Mein altes Windows kann ich ja weiterverwenden, wenn ich es auf dem alten Computer nicht mehr verwende. Wen dann irgendwann Windows 7 auf den Markt kommt, man als Computer-Nutzer darauf auch nicht verzichten möchte, können die 500 Euro aber knapp werden.
Ich habe auch mal einen Techfacts-Computer im Eigenbau konfiguriert, der insgesamt weniger als 500 Euro kostet, wenn man Extras wie DVD Brenner, Kartenlesegerät und Betriebssystem weglässt. Allerdings bezahlt man schnell mehr als 500 Euro, wenn man sowohl Betriebssystem als auch die Extras dazu kauft.
Martin.